Kita-Bericht 2026
Der Kita-Bericht 2026 des Paritätischen Gesamtverbandes basiert auf der bislang größten Datenlage zur Situation in Kindertageseinrichtungen. Insgesamt haben 3.267 Einrichtungen an der Kita-Umfrage mitgewirkt. Die Ergebnisse zeigen ein System, das vom hohen Engagement der Fachkräfte getragen wird, gleichzeitig aber zunehmend unter strukturellem Druck steht. Über nahezu alle Themenfelder hinweg wird deutlich, dass die Anforderungen an Kitas schneller wachsen als die verfügbaren personellen, finanziellen und organisatorischen Ressourcen.
Zentrale Ergebnisse auf einen Blick
Bedarfsgerechte Teilhabe
Deutschland verfügt über so viele freie Betreuungsplätze wie nie zuvor: bundesweit bleiben über 550.000 Plätze ungenutzt. Dabei zeigen sich große regionale Unterschiede: In Ostdeutschland bleiben Plätze vor allem wegen sinkender Kinderzahlen frei. In vielen westdeutschen Regionen verhindert dagegen der Fachkräftemangel die Nutzung vorhandener Kapazitäten.
Fachkraft-Kind-Schlüssel
Die Personalsituation bleibt angespannt. Hochgerechnet waren rund 49.000 Stellen aufgrund fehlender Fachkräfte unbesetzt. Weitere 58.000 Stellen fielen durch längere Abwesenheiten aus. Insgesamt waren rechnerisch etwa 107.000 Personalstellen zum Umfragezeitpunkt unbesetzt. Gleichzeitig halten 65,3 Prozent der Befragten den bestehenden Personalschlüssel für nicht ausreichend, um den Bedürfnissen der Kinder gerecht zu werden.
Fachkräftegewinnung und -sicherung
Im Durchschnitt verlassen innerhalb eines Jahres 2,4 Fachkräfte eine Einrichtung, während lediglich 2,2 neue Mitarbeitende eingestellt werden können. Mehr als ein Drittel der Einrichtungen verliert insgesamt Personal.
Stärkung der Leitung
Leitungskräfte übernehmen heute eine Vielzahl von Aufgaben, verfügen aber häufig nicht über die notwendigen Rahmenbedingungen: 77,6 Prozent springen regelmäßig im Gruppendienst ein, und 88,8 Prozent geben an, dass Verwaltungsaufgaben überwiegend von der Leitung erledigt werden. Demzufolge ist es nicht überraschend, dass 85,3 Prozent angeben, dass keine ausreichende Zeit für konzeptionelle Weiterentwicklung bleibt.
Gesundheit und kindliche Entwicklung
Im Schwerpunktkapitel Gesundheit zeigen sich erhebliche Belastungen. Ein großer Handlungsbedarf betrifft die Infrastruktur: 61,5 Prozent sehen einen Bedarf beim Hitzeschutz, 57,2 Prozent bei Sanierung und Instandhaltung und 50,8 Prozent beim Lärmschutz.
Sprachliche Bildung
Sprachförderung ist ein zentrales Handlungsfeld, kann jedoch häufig nicht im notwendigen Umfang umgesetzt werden. Rund ein Viertel der Einrichtungen betreut einen hohen Anteil von Kindern mit besonderem Unterstützungsbedarf beim Spracherwerb. 65,4 Prozent geben an, den sprachlichen Förderbedarf nicht ausreichend decken zu können. Zwar verfügen über 80 Prozent über geeignete Beobachtungs- und Förderinstrumente, es fehlt jedoch an Zeit und Personal. Als wirksamste Maßnahmen werden alltagsintegrierte Sprachförderung und Fortbildungen bewertet.
Gestaltung des Übergangs in die Schule
Der Übergang in die Schule wird zunehmend komplexer. Nur 9,1 Prozent der Kitas arbeiten mit lediglich einer aufnehmenden Grundschule zusammen. Die Mehrheit muss Übergänge in mehrere Schulen koordinieren. Nur 35,5 Prozent der Einrichtungen bewerten die Verständigung mit den Grundschulen als ausreichend. Dabei gilt: Je mehr Schulen beteiligt sind, desto schwieriger wird die Kooperation.
Zusammenarbeit mit Eltern und Digitalisierung
Die Zusammenarbeit mit Eltern gelingt überwiegend gut. 95,6 Prozent berichten von einem regelmäßigen Austausch mit Eltern. Gleichzeitig nehmen Unterschiede in Erziehungsvorstellungen zu: 56,9 Prozent berichten von häufigen Differenzen zwischen Eltern und Fachkräften. Besonders problematisch ist die Situation bei Sprachbarrieren. Professionelles Dolmetschen bei Elternabenden findet nur in 8,8 Prozent der Einrichtungen statt. In vielen Fällen werden Angehörige, andere Eltern oder sogar Kinder als Übersetzende eingesetzt.
Quelle: Pressemeldung vom 2. September 2026
Der vollständige Kita-Bericht 2026 steht auf der Webseite des Paritätischen Gesamtverbandes zur Verfügung.
