Ausbildung pädagogischer Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen

Fachkräfte für sozialpädagogische Tätigkeitsfelder, wie z. B. der Kinder- und Jugendhilfe wozu auch das Arbeitsfeld Kindertagesbetreuung in Einrichtungen gehört, werden im Rahmen einer berufsqualifizierenden Weiterbildung an Fachschulen (Vollzeit oder berufsbegleitend) oder an (Fach-)Hochschulen in einem Direktstudium und in berufsbegleitenden Studiengängen ausgebildet.

Voraussetzung für die Fachschulausbildung ist ein (möglichst förderlicher) erster Berufsabschluss (Berufsfachschule, z. B. Sozialassistentin oder duale Ausbildung und Berufserfahrung).

Voraussetzung für ein Studium ist z. B. eine Fachschulausbildung zur staatlich anerkannten Erzieherin und zusätzlich erworbener Fachhochschulreife oder allgemeine Hochschulreife (Abitur) bzw. Fachhochschulreife.

Rechtsgrundlagen

Kindertagesbetreuung

Ausbildung

Studium

Fortbildung

1. Fachschulabschlüsse

1a) Staatlich anerkannte Erzieherin/ staatlich anerkannter Erzieher

Berufsbild:

Erzieher/innen sind sozialpädagogisch ausgebildete Fachkräfte, die in sozialpädagogischen Arbeitsfeldern Aufgaben der Erziehung, Bildung und Betreuung von Kindern und Jugendlichen selbständig und eigenverantwortlich ausüben. Es ist die Aufgabe von Erzieher/innen, Bildungsprozesse zu ermöglichen, zu unterstützen und anzuregen. Im Rahmen ihrer Tätigkeit tragen sie Verantwortung für die individuelle Förderung von Begabungen sowie den Abbau von Benachteiligungen. In ihrer konzeptionellen Arbeit orientieren sie sich an den Lebensbedingungen von Kindern, Jugendlichen und Familien. 

Sie entwickeln in Zusammenarbeit mit Eltern und Trägern angemessene und flexible Angebote und beteiligen sich über die Kooperation im Gemeinwesen hinaus an sozialer Infrastrukturplanung.

Erzieher/innen übernehmen betriebswirtschaftliche und organisatorische Aufgaben in ihrem Wirkungsbereich. 

Aufgaben und Ziele des pädagogischen Fachpersonals in Kindertageseinrichtungen sind im Sächsischen Kita-Gesetz (SächsKitaG) festgeschrieben. 

  • Kindertageseinrichtungen begleiten, unterstützen und ergänzen die Erziehung des Kindes in der Familie. Sie bieten dem Kind vielfältige Erlebnis- und Erfahrungsmöglichkeiten über den Familienrahmen hinaus. Sie erfüllen damit einen eigenständigen alters- und entwicklungsspezifischen Betreuungs-, Bildungs- und Erziehungsauftrag im Rahmen einer auf die Förderung der Persönlichkeit des Kindes orientierten Gesamtkonzeption.

  • Der ganzheitliche Betreuungs-, Bildungs- und Erziehungsauftrag dient vor allem dem Erwerb und der Förderung sozialer Kompetenzen wie der Selbständigkeit, der Verantwortungsbereitschaft und der Gemeinschaftsfähigkeit, der Toleranz und Akzeptanz gegenüber anderen Menschen, Kulturen und Lebensweisen sowie gegenüber behinderten Menschen und der Ausbildung von geistigen und körperlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten, insbesondere zum Erwerb von Wissen und Können, einschließlich der Gestaltung von Lernprozessen.

Die alters- und geschlechtsspezifischen Bedürfnisse von Mädchen und Jungen sind angemessen zu berücksichtigen; einer gesellschaftlichen Rollenfixierung ist entgegenzuwirken. Die Arbeit in den Einrichtungen soll sich am aktuellen Erkenntnisstand der Pädagogik, der Entwicklungspsychologie und Entwicklungsphysiologie sowie der Familien- und Bildungsforschung orientieren. 

Voraussetzung:

Für die Aufnahme der Ausbildung zum/zur staatlich anerkannten Erzieher/in an einer Fachschule, Fachbereich Sozialwesen, Fachrichtung Sozialpädagogik sind nachfolgend genannte Voraussetzungen zu erfüllen:
 

Realschulabschluss oder ein gleichwertiger Bildungsabschluss 

und

a) der erfolgreiche Abschluss einer für den Bildungsgang förderlichen mindestens zweijährigen anerkannten Berufsausbildung (staatlich geprüfter Sozialassistent/in)

oder

b) der erfolgreiche Abschluss einer mindestens zweijährigen anerkannten Berufsausbildung und eine mindestens einjährige förderliche berufliche Tätigkeit oder mindestens eine zweijährige Berufstätigkeit

oder

c) eine erziehende oder pflegende Tätigkeit von mindestens sieben Jahren.

Auf die Tätigkeit i. S. von b) und c) werden das Freiwillige Soziale Jahr und der Zivildienst angerechnet. 

Der Antrag für die Aufnahme einer Ausbildung ist direkt an die Fachschule der Wahl zu richten; nähere Informationen zum Aufnahmeverfahren und zum Ablauf der Ausbildung (Vollzeit oder Teilzeit) sind über die Fachschule erhältlich.


Grundlegend für den Fachschulabschluss
 ist die Schulordnung der Fachschule und der Lehrplan (die Suche einschränken nach: Schulart "Fachschule", Fachbereich "Sozialwesen", Fachrichtung "Sozialpädagogik"). Fachschulen (die Suche einschränken nach: "nach berufsorientierenden Bildungsgängen", "Fachschule", "Staatlich anerkannter Erzieher") in Sachsen finden Sie hier.

Weitere Informationen und Beratung erhalten Sie bei der Sächsischen Bildungsagentur bzw. deren Regionalstellen. 

Ausbildungsdauer:

Die Ausbildung kann in Vollzeit- oder Teilzeitform durchgeführt werden (§ 2 Abs. 2 FSO). Die Vollzeitausbildung dauert drei (Schul-)Jahre. Die Teilzeitausbildung dauert in der Regel 4 (Schul-)Jahre. Während der Teilzeitausbildung muss eine einschlägige berufliche Tätigkeit ausgeübt werden (§ 50 Abs. 2 FSO). 

 Ein Kita-Träger kann eine/n geeignete/n Bewerber/in auch im Rahmen des Personalschlüssels einsetzen, soweit diese/r (gleichzeitig, d. h. berufsbegleitend) an der Teilzeitausbildung teilnimmt. Diese Möglichkeit eröffnet § 1 Abs. 5 SächsQualiVO. Die berufspraktische Ausbildung muss vom Kita-Träger während der Tätigkeit in der Einrichtung sichergestellt sein (§ 51 Abs. 5). 

Grundlage der Ausbildung ist der Lehrplan und die darin enthaltene Stundentafel. Die berufspraktische Ausbildung umfasst 3 Blockpraktika. Bei Teilzeitausbildung werden in der Regel 2 der Praktika im Rahmen der beruflichen Tätigkeit in der Kita, das Blockpraktikum "außerhalb von Kita" (12 Wochen) in einer anderen Einrichtung oder Angebot der Kinder- und Jugendhilfe absolviert.


1b) Staatlich anerkannte Heilpädagogin/ staatlich anerkannter Heilpädagoge

Berufsbild:

Die Aufgabe der Heilpädagogik ist es, Menschen mit Verhaltensauffälligkeiten bzw. Verhaltensstörungen oder mit geistigen, körperlichen und sprachlichen Beeinträchtigungen sowie deren Umfeld durch den Einsatz entsprechender pädagogisch-therapeutischer Angebote zu helfen.

Die betreuten Personen sollen dadurch lernen, Beziehungen aufzunehmen und verantwortlich zu handeln, Aufgaben zu übernehmen und dabei Sinn und Wert erfahren. Durch geeignete pädagogische Maßnahmen fördern sie die Persönlichkeit, vorhandene Ressourcen und Fähigkeiten, die Eigenständigkeit, die Gemeinschaftsfähigkeit, den Entwicklungs- und Bildungsstand sowie die persönlichen Kompetenzen der zu betreuenden Menschen. Darüber hinaus beraten und betreuen sie Angehörige oder andere Erziehungsbeteiligte, zum Beispiel in Problem- und Konfliktsituationen.

Heilpädagogen/-pädagoginnen arbeiten im Bereich des Sozialwesens, zum Beispiel in Untersuchungs-, Behandlungsräumen von stationären und teilstationären Einrichtungen wie Krankenhäusern, Kliniken, in Versorgungsräumen, Werkstatträumen und in Wohnräumen von Heimen, Tagesstätten oder in Beratungsstellen.

Voraussetzungen:

Voraussetzung für die Aufnahme der Ausbildung an einer Fachschule, Fachbereich Sozialwesen, Fachrichtung Heilpädagogik ist neben dem Realschulabschluss oder einem gleichwertigen Bildungsabschluss die staatliche Anerkennung als Erzieher/in oder Heilerziehungspfleger/in oder ein einschlägiger höherwertiger Berufsabschluss und eine mindestens einjährig, für den Bildungsgang förderliche Berufstätigkeit in sozial- oder sonderpädagogischen Einrichtungen.

Die Weiterbildung in der Fachrichtung Heilpädagogik dauert in Vollzeitform zwei Jahre und gliedert sich in insgesamt ein ein halb Jahre schulische und ein halbes Jahr berufspraktische Ausbildung und endet mit einer schriftlichen, mündlichen und praktischen Prüfung.

Der erfolgreiche Abschluss der Ausbildung berechtigt zum Führen der Berufsbezeichnung "Staatlich anerkannter Heilpädagoge/Staatlich anerkannte Heilpädagogin".


Grundlegend für den Fachabschluss 
ist die Schulordnung der Fachschule und der Lehrplan (die Suche einschränken nach: Schulart "Fachschule", Fachbereich "Sozialwesen", Fachrichtung "Heilpädagogik"). Fachschulen (die Suche einschränken nach: "nach berufsorientierenden Bildungsgängen", "Fachschule", "Staatlich anerkannte/r Heilpädagoge/in") in Sachsen finden Sie hier.

Weitere Informationen und Beratung erhalten Sie bei der Sächsischen Bildungsagentur bzw. deren Regionalstellen. 


1c) Staatlich anerkannte Heilerziehungspflegerin/ staatlich anerkannter Heilerziehungspfleger

Anmerkung: für die Arbeit mit behinderten und von Behinderung bedrohten Kindern in integrativen Kitas

Berufsbild:

Heilerziehungspflegerinnen und Heilerziehungspfleger sind sozialpädagogisch, heilpädagogisch und pflegerisch ausgebildete Fachkräfte, die sich in stationären und teilstationären Einrichtungen, in ambulanten Diensten und als selbstständige Unternehmerinnen und Unternehmer für die Erziehung, Begleitung, Assistenz, Unterstützung, Bildung und Pflege von Menschen jeden Alters einsetzen, deren personale und soziale Identität und Integration durch Beeinträchtigungen und Behinderungen erschwert ist.

Ihr berufliches Handeln zielt auf die Entwicklung, die Erhaltung oder Wiedergewinnung einer möglichst selbstbestimmten, selbstständigen und eigenverantwortlichen Lebensführung von Menschen mit Behinderung/en, verbunden mit einem Höchstmaß an Lebensqualität. 

Sie stellen dabei die einzelne Person mit ihrer jeweiligen biografisch unverwechselbaren Ausprägung von Persönlichkeit in den Mittelpunkt aller Bemühungen. Es ist die Aufgabe von Heilerziehungspflegerinnen/ Heilerziehungspflegern, eigenverantwortlich und zielorientiert mit Menschen mit Behinderung/en Erziehungs- und Förderungs-, Bildungs- sowie Pflegeprozesse in Assistenz zu gestalten.

Voraussetzungen:

Voraussetzung für die Aufnahme der Ausbildung an einer Fachschule, Fachbereich Sozialwesen, Fachrichtung Heilerziehungspflege ist neben dem Realschulabschluss oder einem gleichwertigen Bildungsabschluss ein anerkannter Berufsabschluss und ggf. der Nachweis einer beruflichen Tätigkeit. Außerdem ist ein ärztliches Zeugnis über die gesundheitliche Eignung vorzulegen, das bei Antragstellung nicht älter als einen Monat sein darf.

Die Weiterbildung in der Fachrichtung Heilerziehungspflege dauert in Vollzeitform drei Jahre. Sie endet mit einer schriftlichenund praktischen Prüfung und einem Kolloquium.

Der erfolgreiche Abschluss der Ausbildung berechtigt zum führen der Berufsbezeichnung »Staatlich anerkannte/r Heilerziehungspfleger/in«.

Grundlegend für den Fachschulabschluss ist die Schulordnung der Fachschule und der Lehrplan (die Suche einschränken nach: Schulart "Fachschule", Fachbereich "Sozialwesen", Fachrichtung "Heilerziehungspfleger"). Fachschulen (die Suche einschränken nach: "nach berufsorientierenden Bildungsgängen", "Fachschule", "Staatlich anerkannter Heilerziehungspfleger") in Sachsen finden Sie hier. 

Weitere Informationen und Beratung erhalten Sie bei der Sächsischen Bildungsagentur bzw. deren Regionalstellen.

2. Hochschulabschlüsse (einschließlich Berufsakademie) mit staatlicher Anerkennung 

Anmerkung: für die Arbeit in einer sächsischen Kindertageseinrichtung ist eine staatliche Anerkennung des Berufsabschlusses von Nöten

Anmerkung: für die Leitung von Kindertageseinrichtungen mit mehr als 70 Plätzen

In sozialpädagogischen Arbeitsfeldern, wie z. B. der Kindertagesbetreuung, ist neben dem an einer Fachhochschule oder der Berufsakademie erworbenen Hochschulabschluss (Diplom, Bachelor of Arts) die staatliche Anerkennung er-
forderlich. Die staatliche Anerkennung berechtigt zum Führen der jeweiligen nachfolgend genannten Berufsbezeichnung:

2a) Staatlich anerkannte Sozialpädagogin/Sozialarbeiterin/Heilpädagogin und Staatlich anerkannter Sozialpädagoge/ Sozialarbeiter/Heilpädagoge

Voraussetzung ist ein entsprechendes Studium in der Fachrichtung Sozialpädagogik (einschließlich der Spezialisierungen in Richtung Elementar- und Hortpädagogik), Soziale Arbeit (Sozialarbeit) oder Heilpädagogik (Inclusion studies) an einer Fachhochschule in Sachsen oder der Berufsakademie Sachsen, Studienakademie Breitenbrunn, das mit einem Diplom oder Bachlor of Arts abgeschlossen wurde, und ein Berufspraktikum im Gesamtumfang von mindestens 100 Tagen, das mit einem Abschlusskolloquium beendet wurde. Die weiteren konkreten Voraussetzungen sind dem sächsischen Sozialanerkennungsgesetz (SächsSozAnerkG) zu entnehmen und zu beachten.

Staatliche Anerkennung

Die staatliche Anerkennung kann bei der jeweiligen Landesdirektion (Chemnitz, Dresden, Leipzig) schriftlich beantragt werden, in deren Bezirk die Fachhochschule ihren Sitz hat. Für die Antragstellung von Absolventen der Berufsakademie Sachsen, Studienakademie Breitenbrunn ist die Landesdirektion Chemnitz zuständig. Die rechtlichen Regelungen zum Verfahren, Berufspraktikum und Abschlusskolloquium sind der Sozialanerkennungsverordnung (SächsSozAnerkVO) enthalten. 

Details zum Verfahren finden Sie bei Amt24. Die Hinweise der jeweiligen Landesdirektionen finden Sie hier: LD DresdenLD Leipzig.

 

Studienorte 

Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig - Fakultät angewandte Sozialwissenschaft

Hochschule Mittweida - Fakultät Soziale Arbeit

Hochschule Zittau/ Görlitz - Fakultät Sozialwissenschaft 

Evangelische Hochschule Dresden

Berufsakademie Sachsen - Staatliche Studienakademie Breitenbrunn

Andere Hochschulabschlüsse

Neben den oben genannten Abschlüssen befähigen auch einige andere Hochschulabschlüsse zur Arbeit in einer Kindertageseinrichtung. An erster Stelle zu nennen sind hier Abschlüsse aus dem Bereich der Erziehungswissenschaften mit Schwerpunkt auf dem Feld der Sozialpädagogik. Im Zweifelsfalle ist eine Einzelfallprüfung erforderlich.

Letzte Aktualisierung: 23.06.2014
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Ein Projekt des Medienkulturzentrum Dresden e.V. - Fachlich und finanziell unterstützt durch das Sächsische Staatsministerium für Kultus, das Sächsische Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz - Sächsisches Landesjugendamt und den Kommunalen Sozialverband Sachsen