Fachtag „Land auf, Land ab. Was ist und was braucht Familie?“ am 29. September 2018 in Chemnitz

Ein familiäres Zusammenleben und Wirtschaften als Familie ist in unserer gegenwärtigen Gesellschaft vielfältig. Neben der weißen, heterosexuellen Kleinfamilie existieren Patchwork-Familien, alleinerziehende Eltern, arme Familien, binationale Partner*innenschaften, Familien mit Migrationsgeschichte, gleichgeschlechtliche und trans*-Eltern, muslimische, jüdische und christliche Groß- und Kleinfamilien. Diese gelebte familiäre Vielfalt ist gesellschaftlich jedoch nicht gleichwertig sichtbar und repräsentiert.

Der Fachtag „Land auf, Land ab. Was ist und was braucht Familie?“ nimmt diese gelebte Vielfalt in den Blick. Dies bedeutet, das derzeitige politische, religiöse und gesellschaftliche Familienverständnis zu diskutieren, die gegenwärtigen Rechtsnormen zu erörtern und Bedarfe an Politik und Gesellschaft zu richten. Bei all diesen Aspekten ist der gegenwärtige Wandel hin zu einem pluraleren Familienverständnis in unserer Gesellschaft zu berücksichtigen.

Der Fachtag richtet sich an ein breites Spektrum an Fachpersonal, Multiplikator*innen, Interessenvertretungen und Entscheidungsträger*innen, die sich in Kultureinrichtungen, pädagogischen und sozialen Feldern sowie im Bildungsbereich mit dem Thema „Familie“ auseinandersetzen.

Ablauf:

  • 9:00 Ankommen
  • 9:30 Begrüßung durch die Veranstalter*innen
    Grußwort der Politik und der Stadt Chemnitz
  • 10:00 Fachreferate

„Familie für alle. Pluralisierungen und Transformationen in der Migrationsgesellschaft“ Prof.in Dr.in Elisabeth Tuider (Universität Kassel)

„Vom Ich zum Wir. Perspektiven zum Miteinander.“ Dr. Thomas Arnold (Katholische Akademie des Bistums Dresden-Meißen)

  • 10:50 Diskussion
  • 11:30 Vorstellung der Diskussionsgruppen
  • 11:40 Mittagspause
  • 12:40 Diskussionsgruppen

Gruppe 1: Wie erreicht es die Kultur, familiäre Vielfalt abzubilden, sichtbar zu machen und ins Alltagsbewusstsein zu übertragen? Wie können (sozio-)kulturelle Institutionen familiäre Vielfalt abbilden bzw. dafür sensibilisieren? Welche Familienbegriffe werden im Rahmen von Angeboten (bspw. Aufführungen, Ausstellungen, Workshops) vorgelebt? Werden bei der Öffentlichkeitsarbeit oder im Ticketing Familien außerhalb des „Vater-Mutter-Kind-Modells“ mitgedacht und angesprochen (bspw. Patchworkfamilien, queere Familienkonstellationen, kulturell unterschiedlich geprägte Familienbilder)?
Input & Leitung: Andrea Gaede (Landesverband Soziokultur Sachsen e.V.) und Christine Rietzke (Frauenkultur Leipzig), Annegret Hänsel (UNIKATUM Kindermuseum Leipzig)

Gruppe 2: Wie kann in staatlichen und nichtstaatlichen Bildungsinstitutionen familiäre Vielfalt abgebildet und für Akzeptanz geworben werden? Positive Erfahrungen und Lernerfolge sind in Kindergärten und Schulen nur dann möglich, wenn die Bildungskultur von Vertrauen und gegenseitiger Wertschätzung bestimmt ist. Wie können Bildungseinrichtungen für alle Familien inklusiver und interkulturell offener gestaltewerden? Wie lässt sich familiäre Vielfalt als Querschnittsthema diskriminierungssensibel in den Bildungsauftrag der Einrichtungen integrieren?
Pat*in: Prof.in Dr.in Patricia Liebscher-Schebiella (Hochschule Mittweida, Lehrstuhl Soziale Arbeit & Courage – Werkstatt für demokratische Bildungsarbeit e.V., Anne Gersch (Courage – Werkstatt für demokratische Bildungsarbeit e.V.)

Gruppe 3: Wie kann die Politik zum Transfer vielfaltsfördernder Haltungen und Maßnahmen und zur Herstellung von Akzeptanz familiärer Vielfalt gegenüber beitragen? Familien, die nicht in das klassische Normverständnis passen, sind in rechtlicher und sozialer Hinsicht mit Benachteiligungen konfrontiert. So werden insbesondere Steuer- und Sozialrecht den Interessen vieler Familienformen nicht gerecht. Welche rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen brauchen Familien in allen Konstellationen und in unterschiedlichen Lebenslagen, um gut zu leben? Was ist im inklusiven und diskriminierungskritischen Sinn in politischer Hinsicht familiengerecht?
Pat*in: Eva Brackelmann (Evangelischen Aktionsgemeinschaft Familie e.V.), Nuria Silvestre (Verband binationaler Familien und Partnerschafte e.V.)

  • 14:30 Zusammenfassung // Abschlusspodium
  • 15:30 Verabschiedung durch die Veranstalter*innen

Eine Kinderbetreuung wird ganztägig angeboten.

Teilnehmer*innenbeitrag: 25,00 EUR.

Anmeldung bis zum 15.09.2018

Weitere Information und die Möglichkeit zur direkten Anmeldung erhalten Sie auf www.queeres-netzwerk-sachsen.de

Letzte Aktualisierung: 12.07.2018