Fachtag „Geschlecht: entweder drei oder keins. Herausforderungen und Chancen der Neuregelung des Personenstands“ am 11. September 2018 in Dresden

Gemeinsam mit Aktivist*innen und Expert*innen möchte der Fachtag „Geschlecht: entweder drei oder keins. Herausforderungen und Chancen der Neuregelung des Personenstands“ am 11.09.2018 in Dresden Fachkräfte aus den Bereichen Bildung und Erziehung, Gesundheit und Familie für die Thematik sensibilisieren. Gleichzeitig soll deren Bedarfe und Anregungen für die Umsetzung einer geschlechterreflektierten sozialen Praxis in ihren entsprechenden Ressorts eruiert werden.

Mit seinem Beschluss vom 10. Oktober 2017, dass das Personenstandsrecht neben „männlich“ und „weiblich“ einen weiteren, positiven Geschlechtseintrag zulassen oder die rechtliche Registrierung von Geschlecht ganz abgeschafft werden muss, hat der Erste Senat des Bundesverfassungsgerichts dem im Grundgesetz verankerten allgemeinen Persönlichkeitsrecht sowie dem Diskriminierungsverbot stattgegeben. Die bis Ende des Jahres anstehende Gesetzesänderung erfordert durch ihre gesamtgesellschaftliche Brisanz ein adäquates Umdenken und entsprechendes Handeln in den gesellschaftlichen Bereichen, die momentan heterosexuell und zweigeschlechtlich bestimmt sind.

Ablauf:
Gesamtmoderation: Kevin Rosenberger (Akademie Waldschlösschen)

09:00 // Ankommen* bei Kaffee und Tee
09:30 // Begrüßung durch die Veranstalter*innen
09:40 // Grußworte & Lesung
N.N. (Vertretung des Bundes, angefragt)
Dr*in Alexandra Stanislaw-Kemenah (Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Dresden)
Lesung aus „Inter*Trans*-Express“

10:30 // Keynote
Geschlecht im Recht. Was gibt das Bundesverfassungsgericht vor?
Referent*in: Prof*in Dr*in Konstanze Plett , LL.M. (Professorin im Ruhestand, Universität Bremen)

11:00 // Keynote
Geschlecht als Wissenskategorie – Verzicht oder Benennung?
Referent*in: Lucie G. Veith (mandatierte Sprecher*in für Bund und Länder vom Verein Intersexuelle Menschen e.V.)

11:45 // Diskussion

12:30 // Mittagspause* und
Markt der Möglichkeiten

13:00 // Parallele Workshops

1) Intergeschlechtlichkeit und geschlechtliche Selbstbestimmung – Möglichkeiten der Thematisierung in KiTa, Hort und Grundschule.
mit Prof. Dr. Heinz-Jürgen Voß
Das Hinterfragen von Geschlechternormen, Stereotypen wie auch die Vorstellung der Zweigeschlechtlichkeit des Menschen macht auch vor KiTa, Hort und Grundschule nicht halt. Somit ist das dort tätige Personal gefordert, sich Gedanken um die Erweiterung seines Unterrichtes zu machen. Angesichts von fehlen-den Kenntnissen und kaum vorhandenem Material stehen Erzieher*innen und Lehrer*innen vor einer enormen Herausforderung. Im Workshop werden mögliche Lösungswege diskutiert.

2) Intergeschlechtlichkeit in Schule und Bildungseinrichtungen.
mit Carolin Vierneisel & Şefik_a Gümüş
Was weiß ich über Intergeschlechtlichkeit? Was denke und fühle ich über Geschlecht und Gender? Wie kann ich in der Schule oder einem anderen Arbeitsfeld, Räume proaktiv so gestalten, dass diese diskriminierungsarm für intergeschlechtliche, genderfluide und nicht binäre Kinder und Jugendliche sind? Im Work-shop werden sich die Teilnehmenden anhand dieser drei Leitfragen möglichen Wegen für selbstverständliches und entspanntes Handeln annähern.

3) Soziale Arbeit.
mit Ursula Rosen
Nach einem kurzen Austausch über bisherige Berührungspunkte mit dem Thema Intergeschlechtlichkeit und einer Sammlung von Sachfragen und Erwartungen werden unterschiedliche Aspekte des Themas vorgestellt und diskutiert. Im Anschluss daran sollen verschiedene Materialien (Bücher, Filme, Spiele, Gedichte, Texte…) auf ihre Eignung für den Einsatz in Einrichtungen der Jugend- und Sozialarbeit untersucht werden. Ein Büchertisch informiert zusätzlich über Fachliteratur, Beratungsangebote u.v.m.

4) Normalität schaffen für Familien mit intergeschlechtlichen Kindern – Wie geht das?
mit Heike Kaiser
Schon bei der Geburt eines intergeschlechtlichen Kindes wird den Eltern signalisiert, dass es sich um einen Notfall handelt. Diese Aufgeregtheit – oft auch das Überfordert-Sein der Ärzt*innen und Hebammen – überträgt sich auf die Eltern, die meist mit dem Thema Inter* nichts anzufangen wissen. Inter*Personen und Familien mit intergeschlechtlichen Kindern wünschen sich einen offenen Umgang und vor allem Normalität. Im Workshop erzählt die Mutter eines intergeschlechtlichen Kindes von Situationen aus dem Leben ihrer Familie, in denen Intergeschlechtlichkeit eine Rolle spielt. Gemeinsam werden für das jeweilige Arbeitsfeld konkrete Ansätze erarbeitet, wie das Thema Intergeschlechtlichkeit auf eine unaufgeregte Weise eingebunden werden kann.

5) Peer-Berater*innen – „zuhören-verstehen-entlasten-vernetzen-befähigen-ermutigen“
mit Lucie G. Veith
Wird ein intersexuelles Kind geboren, ist dies eine besondere Herausforderung für die Eltern, die Hebamme und die Mediziner*innen der verschiedenen Fachrichtungen. Qualifizierte Inter* Peerberatung als fester Bestandteil eines Beratungs- und Behandlungskonzeptes ist eine Patientenbeteiligung, die nachhaltigere Ergebnisse hervor bringt. Welche Aufgaben, Ziele und Befähigungen bringt die neue Form der Beratung und ist ein Mehrwert sichtbar?

6) Vielfalt von Geschlecht – Gesundheitsversorgung von Inter*
mit Michaela Katzer
Geschlecht erweist sich körperlich als variantenreich und stellt die strikte Zweigeschlechtlichkeit mit fest definierten Charakteristika infrage. Geschlechtszuweisende und -vereindeutigende medizinische Eingriffe, insbesondere bei intergeschlechtlichen Minderjährigen, werden von Betroffenen als traumatisierend beschrieben und ziehen langfristig teils schwere gesundheitliche Folgen nach sich. Im Workshop werden die vielfältigen Formen von Intergeschlechtlichkeit erläutert und Perspektiven einer angemessenen Gesundheitsversorgung für Inter*-Personen diskutiert.

15:30 // Kaffeepause*

16:00 // Ergebnispodium
Eröffnet durch Petra Köpping (Sächsische Staatsministerin für Gleichstellung und Integration)

17:00 // Abschluss und Ausblick

*Verpflegung und Getränke sind inklusive.

Anmeldemodalitäten:
Teilnehmer*innenbeiträge
50,00€ Vollzahler*innen (institutionell)
35,00€ Vollzahler*innen (Privatpersonen)
10,00€ ermäßigter Beitrag (auf Nachfrage)

Anmeldung bis zum 30.08.2018 über
veranstaltung@gerede-dresden.de mit den folgenden Angaben:

Vor- und Nachname
ggf. Institution
Anschrift
Telefonnummer
Wahl des Workshops

Nach Anmeldung erhalten Sie eine E-Mail mit den Rechnungsdaten und unserer Datenschutzerklärung. Die Teilnehmer*innenanzahl sowie die Plätze in den Workshops sind begrenzt.

Den Flyer des Fachtages können Sie hier herunterladen.

Weitere Informationen erhalten Sie auf www.queeres-netzwerk-sachsen.de

Letzte Aktualisierung: 31.07.2018