Projekt „Offene Arbeit?! Zur Entwicklung eines Netzwerkes Offene Arbeit in Sachsen“

Der Sächsische Bildungsplan stellt jedes einzelne Kind mit seiner Persönlichkeit, seinen Ressourcen, seinen Interessen und Themen in den Mittelpunkt der pädagogischen Arbeit in Kindertageseinrichtungen. Er fordert damit eine konsequente Kindorientierung ein, denn Kinder vollziehen ihre Entwicklung durch Eigenaktivität in einer anregungsreichen Umgebung selbst. Die Offene Arbeit wird dieser Forderung gerecht, indem sie sich an den Bedürfnissen und dem jeweiligen Entwicklungsstand des Kindes ausrichtet.

Für eine nachhaltige Umsetzung der Offenen Arbeit sind jedoch verschiedenste Umdenk- und Umstrukturierungsprozesse notwendig, die für die Fachkräfte der Kindertageseinrichtungen anspruchsvoll und zeitintensiv sind. Neben den zahlreichen Fragen zur praktischen Umsetzung der Offenen Arbeit bestehen Unsicherheiten und sogar Missverständnisse zur Offenen Arbeit. Selten wurde in der Praxis ein pädagogisches Konzept so emotional und intensiv diskutiert.

Das vom Institut 3L der Thüringer Sozialakademie gGmbH durchgeführte Projekt „Offene Arbeit?!“, das mit einer zweijährigen Laufzeit am 1. September 2016 startete, setzte hier inhaltlich an. Es verstand sich als Anlaufstelle und Plattform für den notwendigen fachlichen Austausch sowie für die überregionale Vernetzung zum Thema der Offenen Arbeit.

Arbeitsschwerpunkte des Projektes:Entwicklung eines Netzwerkes „Praxis für Praxis“

Aufbau und Pflege eines Netzwerkes offen arbeitender

  • Kindertageseinrichtungen war zentraler Arbeitsschwerpunkt des Projektes. Die Notwendigkeit eines solchen Netzwerkes bestand vor allem darin, dem großen Austauschbedarf der pädagogischen Fachkräfte und Kita-Leitungen Rechnung zu tragen, die sich auf dem Weg der Öffnung begeben haben. In diesem Zusammenhang wurde eine Projektwebseite erstellt, die neben Veranstaltungshinweisen und Medien- und Literaturempfehlungen zur Offenen Arbeit sächsische Kindertageseinrichtungen aufzeigte, die an einem kollegialen fachlichen Austausch zur Offenen Arbeit interessiert sind.
    Aus nahezu allen sächsischen Landkreisen und kreisfreien Städten waren Fachkräfte von Kindertageseinrichtungen als Netzwerkpartner involviert und nutzten die im Rahmen des Projektes offerierten Möglichkeiten des fachlichen Austausches und der kollegialen Reflexion. Sie nahmen an Arbeitsforen und Fachtagen teil oder vereinbarten gegenseitig Konsultationstermine.

Foren, Fachtagungen und Fortbildungsangebote

  • Offene Arbeit hat viele Schattierungen und wird demzufolge in den sächsischen Kindertageseinrichtungen unterschiedlich ausgestaltet. Doch der Begriff Offene Arbeit ist unkonkret und wird immer noch allzu leicht mit offen stehenden Türen, Funktionsräumen oder gruppenübergreifenden Angeboten gleichgesetzt. Offen zu arbeiten, setzt jedoch vielmehr eine innere Haltung voraus, die gekennzeichnet ist von Offenheit für Prozesse, für neue Ideen und nicht zuletzt für die unterschiedlichen Entwicklungswege der Kinder. Die Praktikerinnen und Praktiker hierfür zu sensibilisieren, wurden regionale Fachforen, überregionale Fachtagungen und Fortbildungen durchgeführt.

Erstellung der Broschüre „Offene Arbeit – Berichte aus der Praxis

  • Zur Anregung der pädagogischen Arbeit in den sächsischen Kindertageseinrichtungen entstand im Rahmen des Projektes eine Broschüre, die die Praxis der Offenen Arbeit beispielhaft dargestellt. In dieser Broschüre beschreiben pädagogische Fachkräfte, Kita-Leitungen und Trägervertreter/innen wie sie organisatorisch, strukturell und pädagogisch Praxis gestalten, damit eine bedürfnisorientierte und am Kind zentrierte Pädagogik in den Kindertageseinrichtungen umgesetzt wird. Die Broschüre können Sie demnächst kostenfrei hier herunterladen.

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie unter: www.institut3l.de

Letzte Aktualisierung: 02.07.2018