MEHR Männer in Kitas – Bundesprogramm

Das Sächsische Modellprojekt „Vielfalt gestalten – MEHR Männer in Kitas“ wurde mit Jahresende 2013 abgeschlossen.

Unser Ausgangspunkt

Genauso wie unsere Kinder in den Kitas und Schulen haben auch wir Erwachsenen ein Geschlecht. Wir sind nicht nur Menschen, sondern immer auch Jungen oder Mädchen, Frauen oder Männer. Diese Geschlechtlichkeit prägt unsere Welt – das bedeutet, wir gestalten unsere Umgebung auch nach unserem Geschlecht. Es gibt aber noch viele weitere Faktoren, nach denen wir die Wirklichkeiten filtern und sortieren, zum Beispiel das Alter und die Generation, in der wir leben, unsere Kultur oder die religiösen Wurzeln. Die Welt, in der wir heute leben, ist komplexer geworden und bunter – in jeder Hinsicht. Diese Vielfalt birgt Chancen in sich und gleichwohl erhebt sie einen Anspruch an die Bildung und Begleitung unserer Kinder.

  • MEHR Männer in Kitas repräsentieren einen wichtigen Teil der Vielfalt unserer Welt.
  • MEHR Männer in Kitas sind eine Chance für Jungen und Mädchen in Kitas.
  • MEHR Vielfalt ist ein Merkmal pädagogischer Qualität und der Fachlichkeit in Teams.
  • MEHR Vielfalt ist eine Realität und eine wichtige Kompetenz der Zukunft.

Unsere Vision

Wir setzen uns ein für eine pädagogische Vision der Offenheit und Toleranz, wollen soziale Vielfalt wertschätzen und konstruktiv nutzen.

Wir verstehen Qualität nicht statisch sondern als Prozess und Dialog auf Augenhöhe.

Wir engagieren uns für ein attraktives und wandlungsfähiges Berufsbild des Erziehers/der Erzieherin und für die Erhöhung der pädagogischen Qualität in der Ausbildung.

Wir setzen uns für zeitgemäße Bildungs- und Aufstiegswege von Männer und Frauen in pädagogischen Berufen ein.

Wir thematisieren die besonderen Aspekte von Männern in Kitas, einer (noch) maßgeblich weiblich geprägten Arbeitswelt.

Unser Auftrag

Das Gesamtprojekt MEHR Männer in Kitas wurde von der Bundesregierung in Auftrag gegeben und wird durch den Europäischen Sozialfond ESF gefördert.

Es konkretisiert den Auftrag des Kinder- und Jugendhilfegesetzes § 9 Abs. 3 SGB VIII „Bei der Ausgestaltung der Leistungen und der Erfüllung der Aufgaben sind die unterschiedlichen Lebenslagen von Mädchen und Jungen zu berücksichtigen, Benachteiligungen abzubauen und die Gleichberechtigung von Mädchen und Jungen zu fördern.“

Zudem einigte sich die sächsische Regierungskoalition aus CDU und FDP im September 2011 auf eine Initiative, um mehr Männer im Freistaat für den Erzieherberuf zu gewinnen. Dazu haben beide Fraktionen einen gemeinsamen Antrag eingebracht.

„In Kindertageseinrichtungen lernen Mädchen und Jungen für ihr Leben. Vor allem Erzieherinnen dienen ihnen hier als Vorbild. Obwohl die Türen unserer Kindertageseinrichtungen auch für Männer weit geöffnet sind und sie als große Bereicherung für die pädagogische Arbeit empfunden werden – nicht nur bei den Kolleginnen, sondern auch bei Eltern und Kindern – sind Männer in pädagogischen Berufen noch immer Mangelware. Das darf nicht so bleiben. Der Erzieherberuf eröffnet auch Männern gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt, ist ein spannender, vielschichtiger und abwechslungsreicher Beruf. Ganz klar: Männer sind eine Bereicherung für den Kita-Alltag. Eine männliche Bezugsperson für die Kinder ist eine sinnvolle Ergänzung im immer noch sehr weiblich geprägten Erzieherumfeld. Sie wirken sich positiv auf Spielangebote, Kommunikationsstile und Konfliktverhalten – gerade bei Jungen – aus und eröffnen neue und andere Perspektiven für das gesamte Erzieherteam.“

Das Bundesprogramm

Das Modellprogramm wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und dem Europäischen Sozialfonds der Europäischen Union gefördert und ist Teil der gleichstellungspolitischen Gesamtinitiative „Männer in Kitas“.

16 Modellprojekte mit 1.300 Kindertagseinrichtungen in 13 Bundesländern engagieren sich in dem Programm. Unter dem Motto: „Erfahrungen sammeln, übertragen und nachhaltig Wirkung Entfalten“ sind sie bestrebt, in den nächsten drei Jahren den bisherigen Anteil der Männer in Kindertageseinrichtungen spürbar zu steigern. Ziel ist es, das Interesse von jungen Männern am Beruf des Erziehers zu wecken und sie bei der Entscheidung für den Erzieherberuf zu unterstützen. Die Perspektiven für Männer – und Frauen – in den Kitas sollen verbessert werden.

Der Europäische Sozialfonds ist das zentrale arbeitsmarktpolitische Förderinstrument der Europäischen Union. Er leistet einen Beitrag zur Entwicklung der Beschäftigung durch Förderung der Beschäftigungsfähigkeit, des Unternehmergeistes, der Anpassungsfähigkeit sowie der Chancengleichheit und der Investitionen in die Humanressourcen.

Der Modellstandort Sachsen

Projektträger im Freistaat ist der PARITÄTISCHE Sachsen e.V., einer der sechs Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege. Im PARITÄTISCHEN Sachsen finden sich derzeit rund 500 eigenständige Organisationen, Einrichtungen und Gruppierungen der Wohlfahrtspflege zusammen, die im sozialen Bereich Hilfe für andere und zur Selbsthilfe leisten.

Das Projekt „Vielfalt entdecken  – Für MEHR Männer in Kitas“ ist  die sächsische Initiative innerhalb des Modellprogramms. Gemeinsam mit dem Bündnispartner Volkssolidarität Westerzgebirge e.V. und in einer breitaufgestellten Kooperation im Landkreis Erzgebirge werden mit 10 Kitas Projektbausteine in unterschiedlichen Handlungsfeldern entwickelt und erprobt.

Web: www.mmik-parisax.de

Letzte Aktualisierung: 17.07.2018