Dresdner Modellprojekt für mehr „Beteiligung von Jungen und Mädchen im Hort“

Partizipation, Teilhabe und Mitbestimmung sind unlängst nicht mehr nur Kinderrechte, die man aus dem Sächsischen Bildungsplan oder der UN-Kinderrechtskonvention kennt. Als elementare Grundlagen für die pädagogische Arbeit sind diese bereits in vielen Kindertageseinrichtungen angekommen. Damit Partizipation kein „Lippenbekenntnis“ bleibt, ist es wichtig, sich mit den Erwartungen, Unsicherheiten und Bedenken der Pädagogen und Pädagoginnen auseinanderzusetzen. Denn nur wenn Beteiligungsrechte von allen ausdrücklich gewollt sind und Erwachsene für die Rechte der Kinder eintreten wollen, hat die Förderung der Partizipation von Kindern eine Chance.

Das Modellprojekt „Dresdner Modell“ setzt genau hier seinen Fokus. Durch die intensive Auseinandersetzung mit der eigenen Rolle und dem Bild vom Kind soll die Umsetzung des Rechtes auf Beteiligung gelingen. Die Öffnung von Kindertagesstätten und Horten hin zu mehr Entscheidungs- und Mitwirkungsräumen für junge Menschen braucht Erwachsene, die Macht abgeben können und gleichzeitig eine hohe Verantwortlichkeit auf sich nehmen. Denn Beteiligung bedeutet entgegen eines gängigen Vorurteils nicht, dass jeder macht was er will und alles selbst entscheiden kann. Es geht vielmehr um die Mitsprache an wesentlichen Entscheidungen, die das eigene Leben und das Leben in der Gruppe betreffen. Das bedeutet wiederum, dass Kinder von Erwachsenen unterstützt und ermuntert werden müssen, ihre Meinung zu äußern, Lösungen mit anderen auszuhandeln und Veränderungen selbst mitzugestalten.

Vier ganz unterschiedliche kommunale Horteinrichtungen an Dresdner Grundschulen wollen diesen Weg gehen und werden im Prozess der Entwicklung ihrer individuellen Beteiligungsarbeit professionell begleitet. Denn während 75% der Pädagoginnen und Pädagogen der Meinung sind, dass sie Kinder ausreichend beteiligen, teilen laut Kinderbefragung in ausgewählten Dresdner Kitas aus dem Jahr 2012 nur 25% der Kinder diese Einschätzung.

Die Nachnutzbarkeit für interessierte Einrichtungen, auch anderer Träger, wird dabei intensiv angestrebt.

Letzte Aktualisierung: 17.07.2018