Publikation: „Was passiert in Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege?“

Die Kindertagesbetreuung sieht sich ständig wachsenden Leistungserwartungen ausgesetzt. So sollen gesellschaftspolitische Themen wie Inklusion, Partizipation und Diversität ebenso bearbeitet werden wie eine entwicklungspsychologisch motivierte und individuelle Förderung der Kinder sichergestellt sein. Auf der Agenda von Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflegepersonen stehen den Bildungsplänen gemäß z.B. auch mathematische, ästhetische und musikalische Bildung. Wie sich die angestrebte Umsetzung all dieser gesellschaftlichen Ziele im praktischen Alltagshandeln der pädagogischen Fachkräfte niederschlägt, hat eine ethnografische Studie des DJI nun nachgezeichnet. Es wurde die Betreuungspraxis sowohl in Kitas als auch bei Tagesmüttern und in der Großtagespflege untersucht. In der Bilanz stehen Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Praxis, die sich vor dem Hintergrund höchst unterschiedlicher Rahmenbedingungen bei gleichen Zielvorgaben gezeigt haben – eine wichtige Grundlage für eine professionelle Weiterentwicklung praktischer Arbeit in diversen Betreuungssettings.

Die vorliegende Publikation gibt ausgewählte Einblicke in die Ergebnisse des ethnografischen Forschungsprojekts „Profile der Kindertagesbetreuung
(ProKi) – Alltag und Interaktion in Kita und Kindertagespflege“, das von Januar 2015 bis Dezember 2017 am Deutschen Jugendinstitut e.V. in München durchgeführt wurde. Ausgangspunkt des Forschungsprojekts war die Beobachtung, dass Angebote der Kindertagesbetreuung aus einem reichen Fundus an konzeptionellen Vorschlägen und programmatischen Entwürfen schöpfen können, hingegen relativ wenig darüber bekannt ist, wie dort Alltag praktisch gestaltet wird. Interessant ist eine solche Perspektive insofern, als die unterschiedlich strukturierten Betreuungssettings Kindertageseinrichtung, Kindertagespflege und Großtagespflege in formalrechtlicher Hinsicht gleichen Anforderungen in punkto Bildung, Betreuung und Erziehung unterliegen – bei gleichzeitiger erheblicher konzeptioneller Vielfalt innerhalb der Settings. Es geht in der ProKi-Studie aus einer vergleichenden Perspektive um die Frage, wie der Alltag in den verschiedenen Settings der Kindertagesbetreuung gestaltet wird und welche Leistungen die pädagogischen Fachkräfte und Kindertagespflegepersonen hierbei erbringen. Auf der Grundlage von länger andauernden, teilnehmenden Beobachtungen konnte schrittweise die jeweilige Praxislogik in den untersuchten Fällen analytisch nachgezeichnet und damit ein Verständnis für spezifische, unterschiedliche wie vergleichbare Phänomene der Betreuungspraxis entwickelt werden.

Die Publikation können Sie auf der Webseite des Deutschen Jugendinstituts heruntergeladen.

Letzte Aktualisierung: 12.04.2018