HAVAS 5 – ein Verfahren zur Analyse des Sprachstandes 5-Jähriger

HAVAS 5 ( Hamburger Verfahren zur Analyse des Sprachstandes bei Fünf-Jährigen) ist ein Instrument zur Erfassung des Sprachstandes von Kindern in einer oder in mehreren Sprachen. Das Verfahren wurde von den Professoren Hans. H. Reich und Hans-Joachim Roth im Auftrag der Behörde für Bildung und Sport in Hamburg entwickelt. Dabei handelt es sich nicht um einen Test, sondern um eine Sprachstandsfeststellung.

Einem Kind wird in einer Einzelsituation von einer Interviewerperson ein mehrteiliger Bildimpuls (6 Einzelbilder –Katze und Vogel vorgelegt mit dem Auftrag an das Kind, eine Geschichte zu den Bildern zu erzählen. Diese Bildergeschichte ist so gestaltet, dass auf jedem Bild zwei Tiere (Katze und Vogel) agieren bzw. reagieren. Diese Bildgeschichte hat einen klaren Beginn und ein deutliches Ende. Die Interviewerperson soll sich möglichst wenig „einmischen“, dem Kind mit einer Frage „ Was passiert da?“ den Einstieg bieten und ansonsten nur sprechen, wenn das Kind es verlangt oder sich der Situation nicht gewachsen fühlt. Im Übrigen soll sie das so genannte „Interview“, das ja eigentlich keins ist, auf Kassette/Band/Disc aufnehmen.

Danach wertet die Interviewerin das Gesagte aus. Kriterien sind die Zahl der Verben, die Stellung und Formen der Verben im Satz und die Satzverknüpfungen. Einbezogen in die Erhebung werden auch die Bewältigung der Gesprächssituation und die Bewältigung der Erzählaufgabe. Aus den Ergebnissen wird ein „Sprachprofil“ des Kindes erstellt.

Das Besondere an HAVAS 5 sind zwei Sachverhalte: HAVAS 5 ist eindeutig ein Instrument, das von den Kenntnissen eines Kindes ausgeht, nicht von seinen Defiziten! Wenn man erfasst hat, was ein Kind kann, kann man daraus schließen, was es sprachlich noch erwerben muss an Kenntnissen. Man erhält also Aufschluss über Fördermöglichkeiten und kann eine individuelle Förderplanung festlegen.

Zweitens gibt es das Auswertungsschema für 8 Sprachen, so dass man auch den Sprachstand des Kindes in der Erstsprache, sofern sie nicht Deutsch ist, überprüfen kann. Das wiederum ist bedeutsam für die Art der Förderung im Deutschen. Ein Kind mit gut entwickelter Erstsprache wird anders zu fördern sein als ein Kind, das in der Erstsprache auch einer Förderung bedarf.

Weitere Informationen finden Sie auf dem Flyer.

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Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung
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Letzte Aktualisierung: 17.05.2018