Richtlinie des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus zur Verbesserung der Qualität und Teilhabe in der Kindertagesbetreuung

Die Richtlinie des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus zur Verbesserung der Qualität und Teilhabe in der Kindertagesbetreuung (RL KiTa-QuTVerb) ist nunmehr beschlossen. Mit dieser Richtlinie werden die noch verfügbaren Bundesmittel aus dem sog. Gute-Kita-Gesetz im Zeitraum vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2022 umgesetzt.

Gefördert werden folgende Maßnahmen:

  1. Förderung der Freistellung von Fachkräften zur Praxisanleitung in Kitas,
  2. Personalkostenzuschuss für Personen in einschlägiger berufsbegleitender Fort- oder Weiterbildung und berufsbegleitendem Studium zum Einsatz in der Kita,
  3. Zuschuss zur Praxisanleiter-Fortbildung,
  4. Zuschuss für die Finanzierung von Ausfallzeiten der Kindertagespflegeperson oder die Weiterentwicklung von Vertretungslösungen für die Kindertagespflege,
  5. Förderung von Teamfortbildungen zu ausgewählten Themen in Kitas,
  6. Zuschuss zur Verbesserung der Ausstattung mit digitalen Medien in Kitas und in der Kindertagespflege.

Die Förderung kann aufgrund der Vorgaben des Bundesgesetzes ausschließlich für Kinder bis zum Schuleintritt des gewährt werden. Das heißt, Horte sind demnach von der Förderung ausgenommen. Um dies zumindest anteilig zu kompensieren, wurden für die Maßnahme 1 „Freistellung der Praxisanleitung“ zusätzliche Landesmittel Höhe eingestellt. Somit bei dieser Maßnahme auch Kindertageseinrichtungen gefördert werden, in denen überwiegend oder ausschließlich schulpflichtige Kinder betreut werden (Horte).

Insgesamt stehen für die Umsetzung der RL KiTa-QuTVerb laut Haushaltsplan Bundes- und Landesmittel im Jahr 2021 in Höhe von ca. 38,4 Millionen Euro und im Jahr 2022 in Höhe von ca. 37,1 Millionen Euro zur Verfügung.

Die Förderung kann rückwirkend ab dem 1. Januar 2021 gewährt werden. Der vorzeitige förderunschädliche Maßnahmenbeginn wird ab dem 1. Januar 2021 zugelassen.

Richtlinie im Volltext bei REVOSax

Hintergrund

2019 haben die Bundesrepublik Deutschland und der Freistaat Sachsen den Vertrag zur Umsetzung des Gesetzes zur Weiterentwicklung der Qualität und zur Verbesserung der Teilhabe in Tageseinrichtungen und in der Kindertagespflege (KiTa-Qualitäts- und -Teilhabeverbesserungsgesetz – KiQuTG), auch bezeichnet als "Gute-Kita-Gesetz" geschlossen. Mit diesem Gesetz unterstützt der Bund die Länder und Kommunen bei der Verbesserung der Qualität der Kindertagesbetreuung durch die Bereitstellung von Bundesmitteln.

Aus einem "Instrumentenkasten" an möglichen Handlungsfeldern konnten die Bundesländer auswählen, welche Maßnahme/n im jeweiligen Bundesland prioritär förderwürdig sind. Der Freistaat Sachsen hatte im Vertrag von 2019 das landesspezifische Handlungs- und Finanzierungskonzept zunächst nur für die Jahre 2019 und 2020 ausgestaltet. Als Qualitätsmaßnahme ausgewählt und umgesetzt wurde die Einführung von Zeit für mittelbare pädagogische Tätigkeiten (Vor- und Nachbereitungszeit) in Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege. Diese Maßnahme ist gesetzlich im SächsKitaG verankert und wird auch in den Jahren 2021 und 2022 fortgeführt und aus Bundesmitteln finanziert.

Die sechs neuen Maßnahmen, die mit den noch verfügbaren Bundesmitteln umgesetzt werden sollen, legen ihren Schwerpunkte auf die Fachkräftegewinnung und -sicherung, die Einbeziehung der Kindertagespflege sowie die Bewältigung inhaltlicher Herausforderungen in der Kindertagesbetreuung.

Letzte Aktualisierung: 15.07.2021