Medienbildung

Bereits in der frühkindlichen Lebensphase findet der erste Kontakt mit verschiedenen Medien statt. Auch Horte und Kindertagesstätten sind längst keine medienfreien Zonen mehr, sondern bilden einen Begegnungsraum zwischen Kindern im frühkindlichen Alter und Medien. Daraus resultieren neue Anforderungen an das pädagogische Fachpersonal, denn Hort und Kita sind heutzutage nicht nur Betreuungseinrichtungen, sondern auch Bildungsinstitutionen, die zur frühkindlichen Entwicklung beitragen.

Medien in der frühen Kindheit

Medienerlebnisse sind ein fester Bestandteil der Kinderkultur, weshalb die unmittelbare Erlebniswelt von Kindern auch automatisch eine Medienwelt ist. Die ersten medialen Erfahrungen beginnen früh, meistens im Umfeld der Familie in Form von Bilderbüchern oder Hörspielkassetten. Jedoch erhalten insbesondere digitale Medien bzw. Neue Medien, wie Computer, Smartphone oder Tablet, immer häufiger den Einzug in die kindlichen Lebenswelten und damit verbunden auch in die Kitas. So benutzen laut BLIKK-Medienstudie 70 % der Kinder im Kita-Alter das Smartphone ihrer Eltern mehr als eine halbe Stunde täglich. Wird eine digitale Medienkompetenz nicht frühzeitig erlernt, besteht laut Studie ein erhöhtes Risiko, den Umgang mit den digitalen Medien nicht kontrollieren zu können.

Obwohl der Alltag der Zwei- bis Fünfjährigen in erster Linie vom drinnen und draußen Spielen bestimmt wird, ist die Beschäftigung mit Büchern (anschauen/ vorlesen: 87 %) sowie Fernsehen (79 %) stark im Alltag der Kinder verankert, so die Studie miniKIM 2014. Bei der Informationsbeschaffung zum Thema „Kinder und Medien“ ist für zwei Drittel der Erziehungsberechtigten der Austausch mit anderen Eltern wichtig, die Erzieher/innen im Kindergarten oder in der Krippe sind für 43 Prozent relevante Ansprechpartner/innen.

Das wachsende Medienangebot und das Eindringen der Neuen Medien in sämtliche Lebensbereiche der Kinder lassen bei Erwachsenen auch vermehrt die Frage aufkommen, welchen Einfluss Medien auf die Sozialisation und Entwicklung ihrer Kinder haben. Einige Studien haben belegt, dass Kinder im Umgang mit PC, Tablet und Co. viel Neues erlernen und die Welt auf eine andere Weise entdecken können. Andere Studien legen nahe, dass es einen Zusammenhang zwischen einer intensiven Mediennutzung und Entwicklungsstörungen bei Kindern gibt.

Medien in der Kita

Kinder bringen Medienerfahrungen als lebensweltbezogenes Thema mit in die Kindertageseinrichtungen. Erfahrungen im Medienumgang sowie Medienerlebnisse der Kinder sollten deshalb pädagogisch aufgegriffen und spielerisch aufbereitet werden. Medienarbeit ist für Kinder besonders dann aufregend, wenn sie kreativ, experimentierfreudig und aktiv gestaltet wird.

Jedes Medium hat durch seine spezifischen Charakteristika unterschiedliche Bedienweisen und bietet damit verschiedene Möglichkeiten, um als Gestaltungs-, Kommunikations- und Reflexionsmittel in der Kita eingesetzt zu werden. Sowohl analoge Medien (z.B. Bilderbücher oder Hörkassetten) als auch digitale Mediengeräte (z.B. Computer oder Tablets) sind dafür geeignet, Lernprozesse anzuregen, zu begleiten und Kinder in der Auseinandersetzung mit der eigenen Lebenswelt zu unterstützen. Im frühen Kindesalter gewinnen Medien erst dann an Bedeutung, wenn sie an Alltagserfahrungen der Kinder anknüpfen. Dies gelingt, wenn Medien Elemente enthalten, die von den Kindern wiedererkannt werden, was zu einer Aktivierung bereits erlebter Gefühle führt. 

Folgende Auswahl an Publikationen beschäftigen sich unter anderem damit, was es beim Medieneinsatz in der Kita zu beachten gilt.

Recht & Datenschutz

Wenn Kitas sich dafür entscheiden, mit neuen Medien zu arbeiten, sie aktiv zu nutzen und entstandene Medienprojekte der Öffentlichkeit präsentieren zu wollen, muss das Kita-Fachpersonal darauf achten, dass Persönlichkeitsrechte, Urheber- und Nutzungsrechte sowie Aspekte des Datenschutz nicht verletzt werden. Um den Erzieherinnen und Erziehern einen besseren Überblick über bestehendes Recht und Datenschutzbestimmungen zu geben, werden die wichtigsten Gesetze und Richtlinien, aber auch hilfreiche Tipps zum Umgang mit neuen Medien, hier auf dem Kita-Bildungsserver zugänglich gemacht. 

Zusatzqualifikation & Weiterbildungsangebote

Geeignete Qualifikationsmaßnahmen in der Erzieher/innen-Ausbildung, medienspezifische Weiterbildungsangebote oder die Unterstützung von freien Medienpädagogen/innen tragen dazu bei, dass das Thema Medienerziehung Einzug in die Kitas und Horte hält.

Medienkompetente Betreuung gibt ihr Wissen nicht nur an die Kinder, sondern auch an die Eltern weiter. Aktive Elternarbeit bedeutet, auf die Fragen der Eltern qualifizierte Antworten verfügbar zu haben und eine beratende Funktion einzunehmen, damit auch Eltern für die Chancen aber auch Probleme der frühkindlichen Mediennutzung sensibilisiert werden.

Informationen über Aus- und Weiterbildungsangebote zum Medienpädagogen oder zur Medienpädagogin stehen auf folgenden Seiten zur Verfügung.

Institutionen & Organisationen

Da Medienerfahrungen bereits im frühkindlichen Alter zur Lebenswirklichkeit der Kinder gehören, kommt Erzieher/innen die verantwortungsvolle Aufgabe zu, die Kinder in ihrem Umgang mit den Medien zu begleiten, ihnen zu helfen, Inhalte zu verstehen, sowie erlebte Gefühle und Phantasien zu verarbeiten. Pädagogische Fachkräfte müssen zusammen mit bildungspolitischen Entscheidungsträgern sowie Aus- und Fortbildungseinrichtungen an einem Strang ziehen, damit kein Kind die verschiedenen Stufen der Bildungskette durchläuft, ohne umfassende und altersgerechte Medienkompetenz aktiv zu erwerben. 

Folgende Anlaufstellen stellen nützliche Informationen zur Verfügung, die den Fachkräften bei der Vermittlung von Medienkompetenz unterstützend zur Seite stehen. 

Hilfreiche Internetseiten und Publikationen

Weitere nützliche Informationen, Internetseiten oder Publikationen für Eltern, Erziehungsberechtigte sowie Erzieher/innen zum Umgang mit Medien finden sich in nachfolgender Liste:

 

Letzte Aktualisierung: 07.11.2017
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Ein Projekt des Medienkulturzentrum Dresden e.V. - Fachlich und finanziell unterstützt durch das Sächsische Staatsministerium für Kultus, das Sächsische Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz - Sächsisches Landesjugendamt und den Kommunalen Sozialverband Sachsen