Mit Frodi Hören – Sehen – Turnen – Malen
Seit mehreren Jahren liefern Untersuchungen des Kinder- und Jugendärztlichen Dienstes der Gesundheitsämter und Schuleingangsuntersuchungen stetig steigende Zahlen von entwicklungsauffälligen Kindern. Bei ca. 8 bis 20 Prozent der Kinder werden Sprachentwicklungsstörungen und unterentwickelte auditive oder visuelle Wahrnehmungsfähigkeiten sowie mangelnde grob- und feinmotorische Fertigkeiten diagnostiziert. Da sich unser Wahrnehmungssystem in den ersten fünf bis sieben Lebensjahren entwickelt, nimmt die Frühförderung und Entwicklung unserer Sinne einen immer größeren Stellenwert ein. Fasst man die aktuellen Forschungsergebnisse zu Früherkennungshinweisen hinsichtlich der Entwicklung von Lese-Rechtschreibschwierigkeiten und Rechenproblemen zusammen, so zeigt sich, dass insbesondere Kinder mit Entwicklungsauffälligkeiten in den verschiedenen Wahrnehmungsbereichen zu den sogenannten „Risikokindern“ gehören.
Diese Kinder frühzeitig zu erkennen und gezielt zu fördern, ist das Hauptanliegen des Frühförderkonzepts „MIT FRODI HÖREN – SEHEN – TURNEN – MALEN“.
Kurzbeschreibung:
Mit „FRODI HÖREN – SEHEN – TURNEN – MALEN“ ist ein offenes Frühförderkonzept, das im Institut für systemisch-integrative Lerntherapie in Leipzig in Zusammenarbeit mit der Frühförderstelle Eilenburg und 16 Kindertagesstätten der Volkssolidarität Leipziger Land entwickelt und erprobt wurde.
FRODI, ein niedliches kleines Äffchen, begleitet die Kinder durch das gesamte Programm.
FRODI stellt den Kindern kleine Höraufgaben, sucht mit ihnen Reimwörter oder plappert gemeinsam mit dem Papagei Alfons Zauberwörter nach.
Das „Lupen-Äffchen“ fordert zum genauen Betrachten von Bildern und Symbolen auf. Die Kinder setzen Puzzle zusammen oder bauen mit FRODI einen Turm und fädeln Perlenketten auf.
FRODI turnt und malt aber auch mit den Kindern.
Das Frühförderkonzept stützt sich auf drei Säulen:
Fortbildung der ErzieherInnen
- qualifizierte Schulungen im Bereich der Sinneswahrnehmung
Die ErzieherInnen eignen sich Wissen über den Aufbau, die Funktionsweise und die Entwicklung des Wahrnehmungssystems an. - Stärkung der Beobachtungskompetenzen
Die ErzieherInnen werden sensibilisiert, die Stärken und Schwächen der Kinder in Bezug auf Wahrnehmungsfähigkeiten zu erkennen. - Unterstützung für Entwicklungspläne und Entwicklungsgespräche
Die ErzieherInnen erweitern ihre Gesprächskompetenzen in Bezug auf die Auswertung ihrer Beobachtungsergebnisse.
Erfassung der Wahrnehmungskompetenzen der Kinder
- Stärken-Schwächen-Analyse
Im Institut für systemisch-integrative Lerntherapie wurde ein mehrstufiges diagnostisches Instrumentarium zur Erfassung grundlegender Wahrnehmungsfähigkeiten sowie grob- und feinmotorischer Fertigkeiten entwickelt.
Mit Hilfe der Leipziger Untersuchung zur Früherkennung von Wahrnehmungsstörungen (LUW 4 und LUW 5) können ErzieherInnen sehr schnell wesentliche Wahrnehmungsfähigkeiten von vier- und fünfjährigen Kindern erfassen.
Förderung der Wahrnehmungsfähigkeiten
- differenzierte, individuelle Förderung grundlegender Wahrnehmungsfähigkeiten
Die ErzieherInnen lernen Spiele und Freizeitangebote zur Entwicklung verschiedener Wahrnehmungsbereiche kennen und nutzen die Fördermaterialien, die im Institut für systemisch-integrative Lerntherapie entwickelt wurden.
Die im Institut erarbeiteten Fördermaterialien sind kompatibel und ergänzend zu anderen Förderkonzepten einsetzbar und ermöglichen eine individuelle und altersspezifische Förderung.
Zielgruppe:
- ErzieherInnen in Kindertagesstätten
- GrundschullehrerInnen (Verzahnung Vorschule und Grundschule)
- ErgotherapeutInnen
Der Landesverband Legasthenie und Dyskalkulie (LVLD) Sachsen e. V. empfiehlt „MIT FRODI HÖREN – SEHEN – TURNEN – MALEN“ für die Frühförderung.
Laufzeit des Projektes:
seit September 2007
Träger des Projektes:
Institut für systemisch-integrative Lerntherapie, Leipzig
Kontakt:
Institut für systemisch-integrative Lerntherapie
Käthe-Kollwitz-Str. 7
04109 Leipzig
Tel./Fax: 0341/25 35 198
Internet: www.frodi.org
