Steuerung von Trägerqualität durch Evaluation-NQI V

Das Projekt wurde  vom Bundesfamilienministerium angestoßen. Unterstützt wurde es von einer ganzen Reihe von Bundesländern und Trägerverbänden sowie von einzelnen Kommunen, hat das Trägerprojekt dieser "Nationalen Qualitätsinitiative" Qualitätskriterien für die Arbeit von Kita-Trägern bestimmt und Verfahren zur Qualitätsfeststellung entwickelt. Mit dem Qualitätshandbuch "Träger zeigen Profil" und den dazu gehörenden Evaluationsinstrumenten liegen nun Materialien bereit, die Trägern Hilfestellungen bieten, die Qualität der eigenen Arbeit systematisch weiterzuentwickeln und damit ihr Profil zu schärfen.

Im Qualitätshandbuch wird das vielfältige Aufgabenspektrum der Trägerarbeit umfassend dargestellt. Die Aufgaben umfassen folgende Bereiche:

  1. Organisations- und Dienstleistungsentwicklung
  2. Konzeption und Konzeptionsentwicklung
  3. Qualitätsmanagement
  4. Personalmanagement
  5. Finanzmanagement
  6. Familienorientierung und Elternbeteiligung
  7. Gemeinwesenorientierte Vernetzung und Kooperation
  8. Bedarfsermittlung und Angebotsplanung
  9. Öffentlichkeitsarbeit
  10. Bau und Sachausstattung

Das Konzept zur Weiterentwicklung der Trägerqualität (TQ-Ansatz) umfasst ein Instrument zur Selbstevaluation und ein Verfahren zur externen Validierung dieser Selbdteinschätzungen. Mit dem Instrument zur Selbstevaluation können Träger eigenverantwortlich in den Prozess der Qualitätsfeststellung und -entwicklung einsteigen. Die externe Validierung, die vom Träger angefragt wird, kann Klarheit schaffen, ob die Einschätzungen in der Selbstevaluation realistisch sind. Erste praktische Erfahrungen mit den entwickelten Materialien zeigen, dass sich viele Trägermitarbeiter Beratung und Unterstützung bei dem Prozess der Qualitätsentwicklung wünschen. Dieser Bedarf sollte sinnvollerweise von den vorhandenen Netzwerken und Institutionen gedeckt werden (Trägerverbände, Fachberatung, Qualitätsbeauftragte, Fortbildner).
In der Implementierungsphase werden die bereits entwickelten Verfahren für Träger im Feld verankert. Ziele einer Implementierungsphase sind:

  • Träger zu motivieren, Qualitätsentwicklungsprozesse in ihrer alltäglichen Arbeit zu etablieren und
  • Träger zu befähigen, Evaluation zur Weiterentwicklung der Trägerqualität sinnvoll und zielgerichtet einzusetzen, sowie
  • Unterstützungsstrukturen für Träger im Feld aufzubauen.

Implementierung der Evaluationsverfahren in bestehenden Strukturen der Trägerfortbildung und -beratung

Konzept und Strategie der Implementierung sind auf eine nachhaltige Verankerung des TQ-Ansatzes in den Strukturen der zukünftigen Kooperationspartner angelegt. Das Angebot des Teilprojektes "Trägerqualität" ist darauf ausgerichtet, diese Ziele zu erreichen. Deshalb werden keine Einzelveranstaltungen angeboten, sondern eine umfassende Implementierungsleistung, die von interessierten Kooperationspartnern abgerufen werden kann.
Das Angebot zur Implementierung umfasst eine Vorbereitungsphase, eine Durchführungsphase und eine Evaluationsphase, die im Zeitraum von ca. 1 Jahr durchgeführt werden kann.

Zur Vorbereitung der Implementierungsmaßnahmen werden mit den jeweiligen Kooperationspartnern Planungsgespräche geführt, in denen die Strategien der Implementierung auf die spezifische Situation des Kooperationspartners zugeschnitten werden. Darüber hinaus können regionale Informationsveranstaltungen zur Vorbereitung stattfinden.

In der folgenden Phase der Durchführung findet die dreiteilige Schulung der Multiplikatoren statt (insgesamt 8 - 10 Schulungstage). Anvisierte Zielgruppe der Schulungen sind Fachberater und Fachberaterinnen, Fortbildner und Fortbildnerinnen, Qualitätsbeauftragte u.a., die sich im Bereich Trägerqualität weiterqualifizieren möchten und Träger im Prozess der Qualitätsentwicklung begleiten und unterstützen möchten. Erfahrungen in Fragen des Qualitätsmanagements, Beratungskompetenz und die entsprechende Felderfahrung sind eine gute Basis, um optimal von der Schulung profitieren zu können.

Die Multiplikatorenschulung bietet dieser Zielgruppe die Möglichkeit, sich für diese berufsfeldbezogene Beratungstätigkeit weiterzuqualifizieren: Die Teilnahme an der Multiplikatorenschulung befähigt nicht nur dazu, Träger im Porzess der Qualitätsentwicklung zu beraten, sondern auch externe Evaluationen durchzuführen und das Evaluationskozept des IFP weiterzuvermitteln.

Inhalte und Aufbau Multiplikatorenschulung:

  • Einführung: Aufgabenbereiche der Trägerbeit, Qualitätssteuerung und Qualitätsentwicklung bei Rechtsträgern von Kindertageseinrichtungen
  • Evaluation und Beratung: Anwendung von Evaluationsverfahren (Instrument zur Selbstevaluation, Verfahren der externen Validierung); Beratungs- und Unterstützungsstrategien
  • Training: Vertiefung; Supervision der Fallarbeit; Training

Je nach Vorerfahrungen der Teilnehmer ist der Kurs für 8 - 10 Schulungstage konzipiert. Das Konzept der Schulung ist auf eine Teilnehmerzahl von 30 Personen ausgelegt. Die Multiplikatorenschulung wird von 3 Referenten des Projektes durchgeführt. So kann gewährleistet werden, dass die unterschiedlichen Zielgruppen (z.B. Teilnehmer, die hauptsächlich Trägerberatung anbieten wollen genauso wie Teilnehmer, die stärker an der Weiterverbreitung des TQ-Anstzes durch Fortbildung interessiert sind) intensiv betreut werden und so individuelle Lernprozesse in optimalem Maße gefördert werden können.

Die Referenten des Multiplikatorenkurses waren an der Entwicklung und Erprobung der Instrumente im Projekt "Trägerqualität" beteiligt und können so Wissen und Strategien aus "erster Hand" vermitteln. Die geschulten Multiplikatoren werden auch im weiteren Verlauf durch Follow-Up Workshops begleitet und unterstützt.

Die Implementierung von fachwissenschaftlichen Ergebnissen kann nicht als geschlossener Prozess ohne Rückkoppelung aus der Praxis gesehen werden. Eine kontinuierliche Überprüfung und Evaluation von Konzept, Strategie und Maßnahmen der Implementierung garantieren die Möglichkeit, auf Entwicklungen im Feld rechtzeitig zu reagieren.

Individuelle Workshops für Träger

Über diese umfassende Implementierung hinaus besteht die Möglichkeit, Fortbildungen für Träger, die einen Einstieg in das Thema Qualitätssicherung und -entwicklung finden möchten, anzufragen. In drei Fortbildungstagen werden dabei die Aufgabendimensionen der Trägerarbeit und das Thema Qualitätssicherung und -entwicklung durch Evaluation vermittelt.

Die Fortbildung wird von zwei Referenten des Projekts geleitet; Organisation und Koordination der Veranstaltung übernimmt der jeweilige Kooperationspartner. Zur Wissensvermittlung werden Präsentationen, Kleingruppenarbeit und Diskussionsrunden eingesetzt.

Kontakt:

Staatsinstitut für Frühpädagogik (IFP)
Winzererstr. 9
81797 München
fon +49 (0)89/ 998 25-1940
fax +49 (0)89/ 998 25-1919
inge.schreyer@**DAS-MUSS-ENTFERNT-WERDEN**extern.lrz-muenchen.de (Koordinatorin)
www.ifp-bayern.de

Laufzeit des Projekts: von 2003 bis 2006

Projektträger: Staatsinstitut für Frühpädagogik (IFP)

Projektleitung: Prof. Dr. Dr. Dr. W. E. Fthenakis

ProjektmitarbeiterInnen:

Dipl.-Psych. Inge Schreyer (Projektkoordination)
Dipl.-Psych. Anna Spindler
Dipl.-Soz. Kirsten Hanssen
Dr. rer. nat. Bernhard Kalicki
Dr. phil. Bernhard Nagel
Pamela Oberhuemer

Anmerkung: An diesem Projekt sind keine sächsischen Einrichtungen beteiligt. Denncoh erschien es uns ein wichtiges Projekt, in Ergänzung der Projekte zur Qualitätsentwicklung auf der Bundesebene.

Projektbeschreibung: Dr. rer. nat. Bernhard Kalicki (IFP)

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