Bildungs- und Lerngeschichten als Instrument zur Konkretisierung und Umsetzung des Bildungsauftrags im Elementarbereich [DJI-Präsentation]
Die Beobachtung von Kindern hat als Aufgabe von ErzieherInnen in den letzten Jahren an Stellenwert gewonnen. Als spezielle Form ist dabei die Beobachtung und die Dokumentation der individuell besonderen Bildungs- und Lernprozesse von Kindern in den Fokus gerückt. Zur Erfassung und Präzisierung der Lernrelevanz von Selbstbildungsprozessen ist die Arbeit mit "Bildungs- und Lerngeschichten" besonders geeignet.
In dem vorliegenden Projekt wird deshalb das von Margaret Carr (2001) für Neuseeland entwickelte Verfahren ("learning-stories") aufgegriffen und unter Berücksichtigung des aktuellen Forschungsstandes adaptiert. Carr versteht ihren Ansatz ausdrücklich als Assessment-Instrument, mit dem Lerndispositionen und Fähigkeiten von Kindern festgestellt und Ansatzpunkte für deren Weiterentwicklung gewonnen werden können.
Die ErzieherInnen sind hier aufgefordert, die Kinder in ihrem Alltag zu beobachten und eine Anzahl von Lerngeschichten zu erfassen. Mit ihnen soll in Form einer Serie qualitativer "Schnappschüsse" dargestellt werden, inwiefern in den Aktivitäten eines Kindes die Lerndispositionen zum Ausdruck kommen. Eine Anzahl solcher Lerngeschichten eines Kindes wird als narratives Muster, als eine Form der Erzählung verstanden.
Das vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend geförderte Projekt hat seinen Standort sowohl in München als auch in Halle. Es wird in zwei Stufen durchgeführt, die jeweils 1 ½ Jahre dauern: Die erste Projektstufe umfasst die Entwicklung der erforderlichen Fortbildungsmaterialien und die Erprobung der ersten Hälfte dieser Materialien in den beteiligten Einrichtungen. In der darauf folgenden zweiten Projektstufe werden neben der Erprobung der zweiten Hälfte der Fortbildungsmaterialien die Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitung ausgewertet.
An dem Projekt beteiligen sich Hessen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Sachsen, die Stadt München, die Bertelsmann Stiftung, die Max-Traeger-Stiftung und die Bernhard van Leer Foundation und übernehmen anteilig die Kosten für eine intensive Begleitung von ausgewählten Einrichtungen. Eine größere Verbreitung des im Projekt entwickelten Verfahrens wird somit gewährleistet.
Ausführliche Projektbeschreibung auf der Internetseite des DJI
Projektzeitung 1, Mai 2005
Projektzeitung 2, November 2005
Abschlußbericht als PDF
Laufzeit des Projekts: von 01.02.2004 bis 31.01.2007
Projektträger:
Deutsches Jugendinstitut e.V.
Literaturangaben
Carr, Margaret: Assessment in Early Childhood Settings. Learning Stories. London : Paul Chapman Publishing, 2001.
Kooperationspartner
Bertelsmann Stiftung, Dr. Kathrin Bock-Famulla
Bernhard van Leer Foundation, Henriette Heimgaertner
Max-Traeger-Stiftung, Bernhard Eibeck
Universität Dortmund, Fachbereich 12: Erziehungswissenschaft und Soziologie, Prof. Dr. Lilian Fried
Infans, Berlin, Hans-Joachim Laewen/Beate Andres
Staatsinstitut für Frühpädagogik (IFP), München, Toni Mayr/Dr. Michaela Ulich
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Institut für Pädagogik, Prof. Dr. Ursula Rabe-Kleberg/Dr. Mathias Urban
Internationale Akademie gGmbH (INA) an der Freien Universität Berlin - Institut für den Situationsansatz, Dr. Christa Preissing
Deutsches Jugendinstitut e.V.
Martina Schweiger
Nockherstr. 2
81541 München
fon +49 ( 0)89/ 623 06-217
fax +49 (0)89/ 623 06-162
e-mail schweiger@dji.de
www.dji.de
Projektleitung Dr. Hans Rudolf Leu
Projektmitarbeiter/innen
Dipl.-Päd. Julia Dahlmann
Dr. Karin Garske
Dipl.-Päd./Dipl.-Psych. Ines Herrmann
Dipl.-Soz.päd. Regina Remsperger
Dr. Elisabeth Schaefer
Dipl.-Päd. Kornelia Schneider
Dipl.-Soz. Martina Schweiger (Koordination)
Dipl.-Päd. Corina Wustmann
Auftraggeber
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Beteiligte Bundesland/länder
Bayern
Berlin
Hessen
Niedersachsen
Rheinland-Pfalz
Sachsen
