Flucht und Migration

Es sind weltweit immer mehr Menschen auf der Flucht. Somit erreicht auch Deutschland eine immer größere Zahl von Flüchtlingen und Asylbewerbern. Die Politik und die öffentlichen Institutionen insgesamt, speziell aber auch die Jugendhilfe stehen vor neuen Herausforderungen. Das gilt auch für den Bereich der Kindertagesbetreuung, so dass am 1. Juli 2015 der Landesjugendhilfeausschuss den Beschluss fasste, auf dem Kita-Bildungsserver einen Informationspool zum Thema "Flucht und Migration" einzurichten und als ständiges Angebot vorzuhalten (Pressemitteilung). Damit Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflegepersonen sich den Herausforderungen leichter stellen können, sind nachfolgend auf dieser Seite hilfreiche Informationen, Texte und Informationsquellen zusammengestellt. Diese werden immer wieder aktualisiert. Anregungen nimmt das Team des Kita-Bildungsservers gern entgegen.

Flüchtlingskinder können wie alle ausländischen Kinder eine Kindertagesbetreuung in Anspruch nehmen, wenn sie rechtmäßig oder auf Grund einer ausländerrechtlichen Duldung ihren gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland haben. In der Regel sind diese Voraussetzungen erfüllt, wenn im Rahmen des Asylverfahrens eine Aufenthaltsgestattung nach § 55 Asylverfahrensgesetz (AsylVfG) erteilt wurde, die Familie die Erstaufnahmeeinrichtung verlassen hat und in der zugewiesenen Kommune untergebracht ist. Ab diesem Zeitpunkt gelten uneingeschränkt die gleichen Rechte auf Bildung, Erziehung und Betreuung der betroffenen Kinder wie für inländische Kinder, also der Rechtsanspruch auf Betreuung ab Vollendung des 1. Lebensjahres bis zum Schuleintritt sowie die bedarfsgerechte Versorgung mit einem Hortplatz. Die Finanzierung der Plätze erfolgt wie für alle anderen Kinder durch Landeszuschuss, Gemeindeanteil, Eigenanteil freier Träger und Elternbeitrag. (siehe Asylbewerber und Flüchtlinge im Freistaat Sachsen Fakten und Hintergrundinformationen, S. 15)

Damit sind Kindertageseinrichtungen und auch die Kindertagespflege herausgefordert, diesen Kindern die gleichen Möglichkeiten zu ihrer Bildung einzuräumen wie allen anderen. Wenn Kinder aus anderen Kulturen, geprägt von anderen Sitten und Gewohnheiten, mit anderen Muttersprachen, vielleicht auch traumatisiert in unsere Gruppen kommen, kann das für die pädagogische Arbeit nicht unberücksichtigt bleiben. Um mit den Kindern und ihren Familien arbeiten zu können, muss man sich mit ihrer Herkunft befassen, um Kontakt aufzunehmen, bedarf es einer Bemühung von beiden Seiten, um traumatische Erlebnisse verarbeiten zu können, bedarf es einer besonderen Zuwendung. Um sich hier zu eigenständigen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeiten entwickeln zu können (vgl. § 1 SGB VIII) brauchen die Kinder eine Wertschätzung ihres bisherigen Daseins.

An dieser Stelle setzt unter anderem das Modellprogramm der Deutschen Kinder-und Jugendstiftung WillkommensKITAs an und unterstützt Einrichtungen in Sachsen dabei, diese Herausforderungen zu meistern. Die Pädagoginnen und Pädagogen bauen ein lokales Unterstützungsnetzwerk mit Experten auf und tragen dazu bei, den Integrationsprozess vor Ort zu gestalten und Vorurteile abzubauen.

Um die anstehenden Herausforderungen zu bewältigen, können Kindertageseinrichtungen auf vielfältige bisherige Erfahrungen und Forschungen zurückgreifen. Sie müssen auf die aktuelle Situation übertragen und angewandt werden. Allerdings bedarf es auch einer Bemühung um neue Erkenntnisse und Zusammenhänge:

Flucht und ihre Folgen - Traumatisierung

Kinder und ihre Familien haben zum Teil sehr lange Fluchtwege hinter sich und in ihrer Heimat und auf dem Weg Dinge erlebt, die für sie schwer zu verarbeiten sind. Teilweise ist hier professionelle Hilfe erforderlich, ein angemessener Umgang mit den Kindern und ihren Eltern unterstützt die notwendigen Heilungsprozesse.

Umgang mit Mehrsprachigkeit

Dass Kinder gut mit mehreren Sprachen aufwachsen können, ist keine neue Erkenntnis. Grundregel bleibt, dass Kinder in ihrer Muttersprache beheimatet sein müssen und diese deshalb auch weiter pflegen müssen.

Andere Kulturen und Religionen

Der Sächsische Bildungsplan verweist darauf, dass der Umgang mit anderen, bisher fremden Kindern und Kulturen soziale Kompetenzen fördert. Diese Chancen gilt es zu nutzen, wenn Kinder und Familien aus anderen Ländern zu uns stoßen. Andere Kulturen bedeuten aber auch andere Lebens- und Speisegewohnheiten, anderer Umgang, andere Werte usw. Um dem gerecht zu werden und integrativ wirken zu können, bedarf es der Kenntnis dieser Zusammenhänge aus anderen Ländern und Kulturen.

Situation der Flüchtlinge und Asylbewerber in Deutschland bzw. Sachsen

Um einen Überblick zu bekommen, wie sich Migration und Flucht auf die soziale Landschaft in Deutschland und Sachsen auswirkt, sind hier Informationen zusammengestellt.

Institutionen

Wichtige Institutionen zum Thema Flucht und Migrations sind auf Bundesebene das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge und auf Landesebene der Sächsischer Ausländerbeauftragte. Eine Übersicht regionaler Ansprechpartner, die nach Landkreisen geordnet sind, finden Sie hier.

Förderung

Möglichkeiten zur Förderung der Arbeit mit Flüchtlingskindern finden Sie hier:

Weitere Artikel zu diesem Thema auf dem Kita-Bildungsserver:

Ausgewählte Fortbildungen

Flüchtlingskinder in der Kita – Aufnahme und Betreuung von Kindern mit Flucht- und Migrationshintergrund am 06.04.2017 in Dresden

Begleitende Hilfen für Flüchtlingskinder am 24.04.2017 in Dresden

Interkulturelle Kompetenz für Erzieher – Unterschiedlichkeit als Vielfalt erleben am 25.04.2017 in Leipzig

Kinder verschiedener Kulturen in ihrer Entwicklung begleiten (K-01) am 08.06.2017 in Meißen

Kinder mit Migrationshintergrund – interkulturelle Kompetenz für ErzieherInnen am 12.06.2017 in Chemnitz

Was tun, wenn Kinder sich fremdenfeindlich äußern? – Verantwortung und Handlungsmöglichkeiten der pädagogischen Fachkräfte im Hort (FT 02) am 12.09.2017 in Meißen

Flüchtlingskinder - Ankommen in der Kita am 26.09.2017 in Stollberg

Flüchtlingskinder in der Kita – Antworten und Tipps auf die häufigsten Fragen aus dem Kita-Alltag am 25.10.2017 in Dresden

Interkulturelle Kommunikation am 08.11.2017 in Dresden

Aktuelles

Bund schafft 75 Koordinatorenstellen für Gewaltschutz – jetzt Interesse bekunden

Termine

Fachtag "Mehrsprachigkeit in Sachsens Kitas" am 12. Mai 2017 in Dresden

Fachtag "Was tun, wenn Kinder sich fremdenfeindlich äußern?" am 12. September 2017 in Meißen

Praxis

Filme über Kindertagesbetreuung für Eltern aus anderen Kulturkreisen

Faltblatt "Willkommen an sächsischen Schulen"

Ratgeber für Flüchtlingseltern und Flüchtlingshelfer

Piktogramme zur Erstkommunikation mit Flüchtlingen

Rechtsexpertise zu Flüchtlingskindern und ihre Förderung in Kitas und Tagespflege

Praxishandbuch "Flüchtlingskinder in der Kita"

Themenspezial "Flüchtlinge in der Kita" bei KITa-aktuell

Projekte

Service-Portal Integration der Stiftung "Haus der kleinen Forscher"

Fortbildungsprojekt "Fair in der Kita"

Letzte Aktualisierung: 26.01.2017
Über uns
Impressum
Datenschutz
Newsletter
Kontakt
Ein Projekt des Medienkulturzentrum Dresden e.V. - Fachlich und finanziell unterstützt durch das Sächsische Staatsministerium für Kultus, das Sächsische Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz - Sächsisches Landesjugendamt und den Kommunalen Sozialverband Sachsen